The next big thing? Pinterest auf der Watchlist…
Der mehr oder weniger neueste Importschlager aus der neuen Welt jenseits des berühmten großen Teiches ist die digitale Pinnwand Pinterest.
Mehr oder weniger neu deshalb, weil es das gute Stück natürlich in USA schon einige Zeit gibt, aber selbst in den Tagen der tsunami-artigen Verbreitung von Trends ist hierzulande erst ein laues Lüftchen der neuen Plattform zu spüren.
Dennoch wird bei den early adopters und den Social Media Professionals bereits über die Auswirkungen, die Potenziale, mögliche Entwicklungen, Chancen und Risiken diskutiert. Ein besonderes Thema hierzulande ist die Frage des Urheberrechts – dazu ein anderes Mal mehr.
Einige Fakten vorab: gegründet 2010 in den USA. Seither tritt Pinterest einen unvergleichlichen Siegeszug an: beispielsweise wurden die 10 Mio. “monthly unique visitors” in den USA schneller erreicht, als bei irgendeiner unabhängigen Seite der Geschichte.
Nun ja, wir wollen mal großzügig darüber hinwegsehen, dass Statistiken immer mit Vorsicht zu genießen sind… Laut aktueller Infografiken sind 97% der Facebook-Fans von Pinterest weiblich – offensichtlicht, denn die Hauptthemen waren zu Beginn Mode, Schmuck, Accessoires und ähnliches.
Was in der Tat später noch von Interesse sein wird: die Website generiert jetzt bereits mehr Traffic auf den verlinkten Seiten als YouTube, Google+ und LinkedIn zusammen. Sollte diese Angabe korrekt sein, so muss dieser Dienst fraglos kurzfristig im Rahmen von Social Media Strategien mindestens auf die Watchlists gesetzt werden. Eine kleine Statistik hierzu:
How to Pin
Bevor wir jedoch das Pferd von hinten aufzäumen, betrachten wir kurz die Funktionsweise des Dienstes: im Augenblick läuft die Seite noch Invitation-only. Wer also Pinner werden und sich einen Account anlegen möchte hat zwei Möglichkeiten: entweder er registriert sich auf der Startseite mit seiner Mailadresse unter “Request an Invite” oder er lässt sich von einem bereits registrierten Mitglied einladen. Beide Wege haben wir ausprobiert, beides hat problemlos und recht schnell zum Erfolg geführt. Eine Limitierung für Einladungen gibt es derzeit offenbar nicht.
Ist der Account eingerichtet geht es auch schon los, man richte sich seine Boards nach Gusto ein – beispielsweise “Things i like” für den Anfang. Nun mache man sich auf die Suche nach den Dingen des Alltags die einen erfreuen, die man sammelt, entdeckt hat, sich schon immer wünscht – ganz egal – und pinne Produktfotos an besagtes Board.
Dies kann mittels zwei verschiedener Quellen funktionieren: der Upload von der eigenen Festplatte oder das Einfügen eines Weblinks, der dann (wie bei Facebook) nach Bildern durchsucht wird, die dem User zur Auswahl stehen.
Das gewählte Bild kann nun noch mit einer Description versehen werden – fertig.
Darüber hinaus kann ein ein Bookmark in der Browserzeile, das pinmarklet, installiert werden. Derzeit kann es durchaus passieren, dass Bilder nur via pinmarklet ausgegeben werden.
Sind mehrere Boards angelegt kann der Pin in diesem Stadium aber auch später via “Edit” einem Board zugewiesen werden.
Bei Pinterest werden nicht Freunde vernetzt, sondern Follower generiert, analog zu Twitter. Finden sollen sich primär diejenigen, deren Interessen sich decken und nicht jene, deren Lebenswege sich kreuzen. Gleichzeitig werden Pins geteilt indem die User sie re-pinnen und somit sowohl Foto als auch Quelle weiterverbreiten.
Wird ein Produktfoto aus einem Online-Shop “gezogen” so erscheint die Adresse mit auf dem Pin. Wird dieser angeklickt vergrößert sich das Bild, mit dem nächsten Klick erreicht man direkt das Produkt im Shop.
Und an dieser Stelle setzen kommerzielle Überlegungen für Online Marketer an: der Traffic von Pinterest direkt zum Produkt, der SEO-Wert dieser Verbindung, die Reichweite – um nur einige zu nennen. Einschränkend ist momentan noch zu nennen, dass die Verbreitung in Deutschland erst beginnt. Sprich: einem deutschen Shop nutzt ein amerikanischer Click in der Regel wenig, denn er würde wohl tendenziell selten zum Kauf führen.
Dennoch: das System funktioniert aus unserer Sicht hervorragend und wird sich schnell weiter verbreiten. Unternehmen deren Produkte im Web gefunden werden sollen, sollten sich unbedingt mit der Frage auseinander setzen, wie sie potenziellen Fans, Käufern, Interessenten das verbreiten von Bildmaterial komfortabel machen können. Zum inzwischen obligatorischen “Ilke” – oder “G+” – Button könnte sich schon bald das rote P gesellen… Wir jedenfalls setzen den Dienst ganz klar auf die Frühjahrs-Watchlist. To be continued…
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