Von Metrics, KPIs und Sentiments – es kommt drauf an…

Montag, 12. November 2012 von Julia Scharmann

Nach dem Barcamp ist mitten in den Learnings. Zwei Tage lang andauernder Input hat diverse Effekte… Hier meine persönliche Liste an Gedanken zu diesem langen Wochenende zum Monitoring BarCamp in Hamburg.

Der zentrale Punkt, an dem jede, aber wirklich jede Gesprächsrunde oder Session früher oder später landete: die Aussage “es kommt darauf an”. Es war zumeist die Antwort auf Fragen wie “was nutzt uns Monitoring?” oder “Was nutzt einem Unternehmen Social Media allgemein?”.

Das mag sich zunächst recht lapidar anhören, versucht man jedoch, eine richtige Strategie oder den richtigen Weg im Social Media Management insgesamt zu finden, so muss man sich viele viele Fragen stellen. Zunächst einmal hilft es ungemein, erkannt zu haben, dass eine Strategie überhaupt erforderlich ist. Das muntere drauf los agieren vieler Akteure mag auf den ersten Blick putzig wirken, aber das Ausmaß der Zerstörung zeigt sich oftmals erst mittel- bis langfristig.

Häufig werden KPIs und Metriken miteinander verwechselt, respektive nicht sauber definiert und folglich auch nicht sinnhaft miteinander in Verbindung gebracht. Die potenziell unendliche Diskussion in der Session mit Anja Beckmann und Markus Kucborski direkt im ersten Slot am ersten Tag hat gezeigt, dass selbst die Professionals hier ambivalente Auffassungen vertreten. Beispielsweise, ob eine Fanzahl aussagekräftig sei oder nicht – die Antwort: es kommt darauf an. Darauf nämlich, was man für ein Ziel verfolgt. Beispielsweise könnte der allerwichtigste definierte KPI die Reichweite sein. Die Metrik Fanzahl kann also durchaus relevant für diesen KPI sein. Über das Verhältnis von Qualität und Quantität zu sprechen wiederum ist an dieser Stelle ein zu vernachlässigender Punkt, denn darüber sind sich alle einig: langfristig relevant sind Fans, die interagieren, die sich wirklich identifizieren und so zum positiven Markenbotschafter werden. Aber: man braucht eine kritische Masse um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Mal wieder deutlich wird: Pauschalaussagen helfen nicht weiter. Ein jeder Player im Social Web muss seine Ziele selbst definieren, seine KPIs bestimmen und immer wieder justieren. Nichts ist für immer und Patentrezepte schlicht nicht möglich.

Warum nicht? Weil wir über das Rohmaterial Mensch sprechen. Wir sprechen über die Kanalisierung und schließlich die Monetarisierung von Emotionen. Da diese so wachsweich sind wie ein perfektes Ei, muss man zumindest die geistige Flexibilität mitbringen, den Menschen zu begegnen – und zwar auf Augenhöhe. Denn die Transparenz im Social Web verschiebt die Machtverhältnisse. Wer das verstanden hat kann sie beeinflussen.

KPIs und wie sie miteinander korrelieren bestimmten also unser Wochenende in Hamburg.

Ebenfalls ein wichtiges Thema: wie schaffen wir Verständnis und Erkenntnis bei Kunden? Wie können wir klar machen, dass Social Media im Unternehmen nicht beim Marketing Trainee platziert sein sollte? Wie lange wird es noch dauern, bis den Unternehmen klar wird, dass die Welt der Kommunikation bereits revolutioniert wurde, sich im Rahmen des Social Web manifestiert hat und nun zur Folge hat, dass sie die gesamte Organisationsstruktur durchdringt?

Die Antwort lautet: lange.

Warum das? Weil wir dazu die lang gelernten voneinander klar abgegrenzten Funktionsbereiche verknüpfen müssen. Der Urstreit zwischen Marketing und Vertrieb ist wohl jedem inzwischen bekannt und er ist nur die Spitze des Eisbergs.

Alle Funktionsbereiche eines Unternehmens (Marketing, Vertrieb, PR/Unternehmenskommunikation, Kundenservice, Personalwesen, IT, Controlling, MaFo…) haben Interessen, die durch Social Web bedient werden (könnten) und dementsprechend auch ins Monitoring mit einfliessen müssen (Übersicht hier: http://www.webgewandt.de/wp/wp-content/uploads/2012/11/Moca12_12uhrSocMed-KPI-moca12-webgewandt.pdf). Und je größer das Unternehmen und je divergenter die einzelnen Interessen, desto schwieriger ist das.

Externe Transparenz macht also interne Transparenz notwendig.

Ein Kunde polterte einmal in einem Review-Meeting, alles was wir besprächen drehe sich um Emotionen und wo denn nun die HardFacts blieben?! Da kann man nur sagen: das ist was es ist. Die Tools der Anbieter liefern ein sehr breites Spektrum an harten Zahlen, ja. Und auch die Erfolgsmessung von integrierten Kampagnen lässt sich hier bestens durchführen – aber dennoch ist die Grundlage die Emotion der Leute, die sich mit dem Produkt, der Firma oder dem Thema befassen.

Abgesehen von prozessualen Learnings, die sich in nächster Zeit als WhitePaper oder ähnliches hier wiederfinden werden, sind es auch einige philosophische Erkenntnisse geworden, die so ein gigantischer Erfahrungsaustausch mit sich bringt.

Wichtig für mich ebenfalls: wir stellen uns alle die gleichen Fragen.

Beispielsweise ob Cat Content wirklich sein muss um den Edgerank bei Facebook zu erhalten? Katja Wenk sagt ja. Cat Content sei wie Medizin, die zwar auch mal eklig schmeckt aber eben ihre Wirkung habe… Da hat sie wohl recht, auch wenn ich zu der Strategie neige, zunächst mal zu definieren was Cat Content ist. Meiner persönlichen Definition nach, ist Cat Content dann solcher, wenn er wirklich so überhaupt gar keinen Bezug zur Firma, dem Produkt oder dem Thema hat. In allen anderen Fällen kann man durchaus Milde walten lassen ;-)

Fazit: Wir haben mit dem Web/Social Media Monitoring ein unglaublich vielseitiges und kleinteiliges Fachgebiet, dass von der Nerd-Spielerei zu professioneller Größe heranwächst und unglaublich wichtig ist, sowohl für strategische als auch operative Pläne eines Unternehmens.

 

Eine (vorläufige) Sammlung der Sheets die es schon öffentlich zum #moca12 gibt:

http://www.webgewandt.de/2012/11/social-media-monitoringtools-unternehmen-im-vergleich/

http://www.webgewandt.de/2012/11/monitoringcamp-2012-hamburg-moca12-session-beckmann-kucborski/

 http://rechtsanwalt-schwenke.de/social-media-monitoring-crm-hr-recht-teil-2-praesentationsfolien-monitoringcamp/

https://developers.facebook.com/docs/reference/fql/insights/ 

http://www.punktefrau.de/blog/2012/11/11/session-auf-dem-monitoringcamp-kostenlose-monitoring-tools/

http://info.cytrap.eu/articles/monitoring-camp-hamburg-kennzahlen-und-roi

http://stefanklix.wordpress.com/2012/11/09/wie-baue-ich-eine-balanced-scorecard-fur-social-media-auf-monitoringcamp2012/

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Eine Ode an das Monitoring BarCamp 2012

Montag, 12. November 2012 von Julia Scharmann

Ich hatte so meine Bedenken gegenüber der Sinnhaftigkeit einer Teilnahme am Monitoring BarCamp (#moca12) am vergangenen Freitag und Samstag im Hamburger Makersplace am Mexikoring.

Dazu sei gesagt: ich war ein Rookie und vorher noch nie auf einem BarCamp gewesen. 150 Leute, die ohne eine Agenda zu einer produktiven Veranstaltung kommen sollen, ohne die übliche gegenseitige Beweihräucherung? Schwerlich – so dachte ich.

Allein die Sponsoren-Palette und die Teilnehmerliste ließen mich wenige Tage zuvor dann doch an meinen Zweifeln zweifeln lassen. Und zu Recht: zurück gekommen bin ich mit brennender Begeisterung für dieses Unkonferenz-Format. Auf keiner kostenpflichtigen klassischen Konferenz hatte ich bisher ein solches Maß an KnowHow-Transfer, Networking und wertvollen Gesprächen. Die Art und Weise, die Teilnehmer im Rahmen der 45-Minuten-Sessions zusammen zu bringen, ist maximal interaktiv. Ausgangspunkt einer Session kann eine Frage (wie macht ihr eigentlich euer Reporting?) oder aber die Bereitschaft sein, das eigene Wissen mitzuteilen und gleichzeitig zur Diskussion zu stellen (Was sind potenziell die einzelnen KPIs für jeweilige Abteilungen?). Selten habe ich gleichzeitig so viele KnowHow-Träger und so wenige Information Hider im Rahmen einer Veranstaltung getroffen.

In der Feedbackrunde am Samstag Abend wurde nochmals klar was ein BarCamp nicht ist: wer sich für etwas interessiert hat jede Möglichkeit, diesen Ausgangspunkt für sich und andere zu nutzen und viele wertvolle Erkentnisse mit nach Hause nehmen. Wer sich nicht traut vergibt eine Chance – für die aber weder die Veranstalter noch die anderen Teilnehmer etwas können.

Meine persönlichen Learnings werde ich, so habe ich während des Schreibens beschlossen, jeweils in einzelne kleinere Posts packen – der Übersichtlichkeit wegen ;)

So viel sei gesagt: immer wieder BarCamp! Viva #moca 12 und #moca13 (Fakten schaffen ;) ) und vielen Dank an Silke Schippmann, Stefan Evertz und Stefanie Aßmann.

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Unser Spaziergang auf dem SEO DAY 2012 in Köln

Dienstag, 30. Oktober 2012 von Sven Daum

Die SEO´s vom Paseo Marketing Team haben sich erstmals in mehr als halber Mannschaftsstärke im Kölner Rhein-Energie-Stadion (Sponsoring sei Dank, denn früher hieß es noch Müngersdorfer Stadion und ja hier spielt der 1.FC Köln) am 2. Kölner SEO DAY die neusten Vorträge und Zukunftsanalysen zur Suchmaschinenoptimierung von den Meinungsführern der Branche angehört. Natürlich hätten wir noch eine dritte Kraft gebraucht, um an allen gleichzeitig stattfindenden Veranstaltungen teilnehmen zu können, aber so haben wir uns auf das beschränken müssen was wichtig schien. Natürlich gab es richtig gute und informative Vorträge, auch und gerade von den Craigs die nicht zu den gehypten Köpfen der SEO-Szene zählen. Hier mal den Dank an die Organisatoren Christian Reiß und Fabian Rossbacher, auch müssen 670 Seminarteilnehmer  erst einmal unterkommen und versorgt werden, es war alles tadellos.

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Die Geldbörse der Zukunft hat einen Touchscreen

Freitag, 26. Oktober 2012 von Julia Scharmann

… außerdem zwei Kameras und diverse andere Features. Genau, wir sprechen über ein Smartphone. Und wir sprechen darüber, mittels einer darauf befindlichen App und eines PayPal-Accounts auch die kleinsten Beträge schnell, komfortabel und vergleichsweise sicher an jedweden Empfänger zu überweisen. Anytime and anywhere ;-)

Nun also zu den Fakten: es geht um den Dienst “paij” und dessen App auf eurem Smartphone. Ihr ladet die App runter, connected euren PayPal-Account dort (es können auch mehrere Accounts parallel eingerichtet werden) und los geht’s. Angenommen der Kollege schuldet euch 5 Euro vom Mittagessen: ihr klickt “Sell” im Menü der App. Dann stellt ihr Währung und Betrag ein (Paypal-Gebühr nicht vergessen) und klickt “Generate Code”. Den erzeugten QR-Code scannt der Kollege, der ebenfalls App und Smartphone braucht, mit der geöffneten App ab  - und der Rest ist im Prinzip selbsterklärend. Ab hier wird die Transaktion bestätigt und durchgeführt. Nach wenigen Minuten erhält der Kaufende die Mail vom PayPal-Account, dass eine Abbuchung stattfand und die Zahlung ist erledigt.

Wichtige Zusatzinfo: die App selbst ist passwortgeschützt.

Möglicherweise wird das nicht die Zahlungsmethode sein, die sich binnen der nächsten 6 Monate für immer durchsetzen wird – allerdings: dieses Verfahren riecht nach der Zukunft. Der Verbreitungsgrad von Smartphones ist mittlerweile beträchtlich, sodass ich mir gut vorstellen kann zwar zweifelsohne zu den early adopters zu gehören, dennoch aber eine Zahlungsvariante in Händen zu halten, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit langfristig zu den zukunftsweisenden gehören wird.

Das System und die App kommen aus dem Hause redpixtec GmbH, die wiederum die Verwaltungsgesellschaft redpeppix GmbH als General Partner ausweist. Aus den Labs von redpeppix kommt der Bildertagging/Affiliating-Service pixoona, sowie Drap-It, das DIY-Tool zum Erstellen von Fanpage-Tabs … Ach, die Welt ist ein Dorf. Und Wiesbaden augenscheinlich die neue Schmiede für innovative und wegweisende Ideen… ;)

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Hervorgehobene Meldungen von Privatpersonen

Freitag, 19. Oktober 2012 von Julia Scharmann

…oder wie Facebook versucht, mehr Geld zu verdienen.

Die Reaktionen auf die neue Funktion zeigen, dass es doch einen kurzen Blogpost wert ist, sich den neuesten Zug von Big Blue genauer an zu sehen.

Der Sachverhalt: als postende Privatperson kann man nun also nach Veröffentlichung des Posts “hervorheben” auswählen um dafür zu sorgen, dass auch wirklich alle Freunde wissen was man zu Mittag gegessen hat oder wie der Gemütszustand so gerade ist. Soweit so gut. Erste Frage: braucht man sowas? Keine Ahnung. Ich hätte es unter dem Motto “nette neue Spielerei” abgetan, wenn… ja, wenn nicht in Folge ein kleines fenster aufgehen würde, das mich zur Zahlung von 4,87 € auffordert. Es gibt, im Gegensatz zur vergleichbaren Funktion bei Fanpages, aktuell keine Möglichkeiten, die Performance des als gesponserte Meldung verwerteten Posts zu beeinflussen. Man weiss also nicht wie lange beispielsweise der Post ausgeliefert wird.

Und ein weiteres Obacht ist angemessen: Die Funktion Hervorheben bei Privatprofilen entspricht NICHT der Funktion Hervorheben bei Fanpages. Bei letzteren würde hervorheben bedeuten, dass die Meldung kostenfrei gehighlightet wird. Sie wird also über die ganze Breite der Chronik gezogen. Das geschieht zwar mit hervorgehobenen Privat-Posts auch, die Funktionalität entspricht aber der, die bei Fanpage-Posts “Bewerben” heisst – und den Nagel wesentlich eher auf den Kopf trifft. Nur: bei beworbenen Fanpage-Posts kann ich eben Budget und Laufzeit festlegen.

Was man davon zu halten hat wird sich zeigen. Die Gefahr, dass ich nun von vermeintlich wichtig wichtig wichtigen Posts von Freunden zu geschwemmt zu werden ist möglicherweise bei diesem Preis nicht ganz so hoch. Das bleibt den Unternehmensseiten vorbehalten ;)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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